Vergabeportale im Vergleich: DTVP vs. eVergabe vs. vergabe.bot
Wer öffentliche Aufträge gewinnen möchte, steht vor einem Dschungel aus hunderten verschiedenen Vergabeplattformen. Welches Portal ist das richtige? Reicht ein kostenloser Zugang oder lohnt sich ein kostenpflichtiges Abo? Wir vergleichen die wichtigsten Anbieter auf dem deutschen Markt.
Die Fragmentierung des deutschen Vergabemarktes
Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland keine zentrale, allumfassende Plattform für öffentliche Ausschreibungen. Stattdessen existieren:
- Bund.de: Das zentrale Portal des Bundes.
- Landesportale: Jedes der 16 Bundesländer betreibt eigene Vergabeplattformen (z.B. vergabe.bayern.de, vergabe.nrw.de).
- Kommerzielle Portale: Anbieter wie DTVP oder eVergabe.de, die von vielen Kommunen und Behörden genutzt werden.
- Kommunale Websites: Hunderte Städte, Gemeinden und Stadtwerke veröffentlichen Ausschreibungen ausschließlich auf ihren eigenen Homepages.
1. DTVP (Deutsches Vergabeportal)
Das DTVP ist eines der größten kommerziellen Vergabeportale in Deutschland. Es wird von vielen Kommunen, Landkreisen und Bundesbehörden genutzt, um Ausschreibungen zu veröffentlichen und den gesamten Vergabeprozess elektronisch abzuwickeln.
- Vorteile: Sehr große Reichweite, integrierte E-Vergabe (Angebotsabgabe direkt über die Plattform), rechtssichere Kommunikation mit der Vergabestelle.
- Nachteile: Kostenpflichtig für erweiterte Suchfunktionen (DTVP Unternehmensnetzwerk), komplexe Benutzeroberfläche, findet keine Ausschreibungen, die auf anderen Portalen veröffentlicht werden.
- Fazit: Unverzichtbar für die Angebotsabgabe, wenn der Auftraggeber DTVP nutzt. Als alleinige Suchmaschine jedoch unzureichend.
2. eVergabe.de
Ähnlich wie DTVP ist eVergabe.de ein großer kommerzieller Anbieter, der sowohl die Veröffentlichung als auch die elektronische Angebotsabgabe ermöglicht.
- Vorteile: Große Datenbank, viele kommunale Auftraggeber, gute Filterfunktionen, integrierte E-Vergabe.
- Nachteile: Kostenpflichtige Abonnements für die komfortable Suche und Benachrichtigungen, deckt ebenfalls nur die eigenen Kunden ab.
- Fazit: Ein starker Player im Markt, aber auch hier gilt: Wer nur auf eVergabe.de sucht, verpasst alle Aufträge, die auf DTVP oder Landesportalen veröffentlicht werden.
3. Bund.de (service.bund.de)
Das offizielle Portal der Bundesverwaltung bündelt Ausschreibungen von Bundesbehörden und vielen Landes- und Kommunalbehörden.
- Vorteile: Komplett kostenlos, offizielle Quelle, sehr große Anzahl an Ausschreibungen (insbesondere europaweite Vergaben).
- Nachteile: Die Suchfunktion ist oft ungenau, CPV-Codes werden nicht immer korrekt zugeordnet, viele kleine kommunale Ausschreibungen (Unterschwellenvergaben) fehlen komplett.
- Fazit: Ein guter, kostenloser Startpunkt, aber für eine professionelle, lückenlose Akquise nicht ausreichend.
Das Kernproblem aller klassischen Portale
Egal ob DTVP, eVergabe oder Bund.de: Jedes Portal zeigt Ihnen nur die Ausschreibungen an, die aktiv auf diesem spezifischen Portal veröffentlicht wurden. Um den gesamten Markt abzudecken, müssten Sie täglich Dutzende Portale manuell durchsuchen.
Tipp: Alle Vergabeportale auf einmal durchsuchen – mit einer einzigen Suche. Jetzt starten →
4. vergabe.bot: Die Meta-Suchmaschine
vergabe.bot ist kein weiteres Vergabeportal, auf dem Auftraggeber Ausschreibungen veröffentlichen. Es ist eine intelligente Meta-Suchmaschine, die das Problem der Fragmentierung löst.
- Vorteile: Fragt 117 Vergabeplattformen und Landesportale ab (darunter DTVP, eVergabe, Bund.de) und durchsucht dazu 5.108 Gemeinde- und Verwaltungswebsites, von denen bisher 375 Ausschreibungen geliefert haben, die auf keinem Portal stehen. Die Suche versteht Synonyme und Zusammenhänge.
- Vergabeunterlagen: Bei 79,8 % der laufenden öffentlichen Ausschreibungen führt ein eigener Link zum Verfahren auf der Vergabeplattform oder direkt zu den Unterlagen. Auf den meisten Plattformen, die wir geprüft haben, lassen sie sich dort ohne Registrierung ansehen und herunterladen; einige Portale, etwa RIB meinauftrag und simap.ch, verlangen schon dafür ein Konto. Spätestens für das Angebot brauchen Sie ein Konto auf dem Portal der Vergabestelle.
- Nachteile: Das Angebot selbst geben Sie nicht über vergabe.bot ab, sondern bei der Vergabestelle. Bei EU-weiten Verfahren ist dafür der elektronische Weg über deren Plattform vorgeschrieben.
- Fazit: Die effizienteste Lösung für die Suche nach Ausschreibungen. Sie sparen sich das Durchsuchen dutzender Portale und finden Aufträge mit weniger Wettbewerb.
Die vier Wege im direkten Vergleich
| DTVP | eVergabe.de | Bund.de | vergabe.bot | |
|---|---|---|---|---|
| Was es ist | Vergabeportal | Vergabeportal | Portal des Bundes | Suchmaschine über alle Portale |
| Zeigt Ausschreibungen von | den eigenen Auftraggebern | den eigenen Auftraggebern | Bund, teils Länder und Kommunen | 117 Plattformen und 5.108 Gemeindewebsites |
| Versteckte kommunale Aufträge | nein | nein | nein | ja, bisher aus 375 Gemeinden |
| Suche | Grundfunktionen kostenlos, erweitert kostenpflichtig | Grundfunktionen kostenlos, Abo für Komfort | kostenlos, ungenau | 14 Tage kostenlos, dann 49 € im Monat |
| Vergabeunterlagen | über das Portal | über das Portal | über das jeweilige Portal | eigener Link zur Plattform bei 79,8 % der laufenden öffentlichen Ausschreibungen |
| Angebot abgeben | ja, elektronisch | ja, elektronisch | über das jeweilige Portal | bei der Vergabestelle, verlinkt |
Zusammenfassung: Welche Strategie ist die beste?
Für eine erfolgreiche Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen brauchen Sie zwei Dinge, und die gehören nicht auf dasselbe Portal:
- Für die Suche: Eine Suchmaschine wie vergabe.bot, die den gesamten Markt einschließlich der versteckten kommunalen Aufträge mit einer einzigen Anfrage abdeckt. Die Unterlagen öffnen Sie über den Direktlink, auf den meisten Plattformen ohne Anmeldung.
- Für die Angebotsabgabe: Ein Konto auf dem Portal, über das die Vergabestelle das Angebot entgegennimmt. Meist brauchen Sie es erst, wenn Sie wirklich bieten, und nur dort; einige Portale verlangen es schon für die Unterlagen. Wer sich vorsorglich überall registriert, verwaltet Zugänge statt Aufträge.
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